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CHUGAI ROCHE

Nicht-Faktor-Therapien: Faktor-VIII-Mimetika bei Hämophilie A 

Bei der Blutgerinnung spielt der Gerinnungsfaktor VIII (FVIII) eine wichtige Rolle. Er hilft dabei, zwei andere Gerinnungsfaktoren – den aktivierten Faktor IX (FIXa) und Faktor X (FX) – miteinander zu verbinden. Dann kann ein Stoff namens Thrombin (Faktor II) gebildet werden, der wiederum dafür sorgt, dass Fibrin (Faktor I) gebildet werden kann. Zusammen mit den Blutplättchen bildet Fibrin einen Thrombus („Kruste“) und die Blutung wird gestoppt. 

Hemlibra ist ein sogenanntes Faktor-VIII-Mimetikum. Das ist ein besonderer Antikörper, der die Funktion von FVIII nachahmt, indem es wie eine Brücke zwischen FIXa und FX funktioniert. Dadurch wird die für die Blutgerinnung benötigte Verbindung zwischen den beiden Gerinnungsfaktoren herstellt. 

Bei klassischen Faktorpräparaten wird der fehlende FVIII direkt ersetzt. Ein Faktor-VIII-Mimetikum funktioniert anders: Es überbrückt die Lücke, die durch den fehlenden Faktor entsteht – ohne selbst ein Gerinnungsfaktor zu sein. Das hat den großen Vorteil: Diese Brückenbildung funktioniert auch dann, wenn der Körper sogenannte Hemmkörper (Antikörper) gegen FVIII gebildet hat. 

Hemlibra ist also kein Gerinnungsfaktor, sondern ein biologischer Wirkstoff, der bestimmte Aufgaben von FVIII übernimmt.