Bewerben mit Hämophilie A: Die Erkrankung erwähnen oder nicht?

Bewerben mit Hämophilie A stellt einen vor die Frage, ob man die Erkrankung erwähnen soll oder nicht. Schließlich soll die Erkrankung nicht der Grund für eine Absage sein. Schlange mit Bewerbern.

Im Laufe meiner beruflichen Laufbahn habe ich mich schon mehrmals beworben. Dabei kam natürlich auch die Frage auf: Wie gehe ich mit dem Bewerben mit Hämophilie A um? Wie Ihr im Beitrag zum Thema "Hämophilie A - Wie sage ich es dem Chef?" lesen könnt, seid Ihr nicht verpflichtet, bei Bewerbungsgesprächen das Thema „Hämophilie A“ anzusprechen.

 

Meine Erfahrungen zum Bewerben mit Hämophilie A

Ich für meinen Teil kann aber fast nur Positives über einen offenen Umgang mit der Erkrankung berichten. So habe ich immer in Bewerbungsunterlagen unter Besonderheiten oder Ähnlichem erwähnt, dass ich einen Schwerbehindertenausweis aufgrund der Hämophilie A habe, dieses mich aber normalerweise nicht bei meiner Arbeit beeinträchtigt.

Natürlich kann ich nicht beurteilen, ob ich so mehr Absagen bekommen habe, als wenn ich das in den Bewerbungsunterlagen nicht angegeben hätte. Aber ich glaube, es hat auch nicht geschadet, meine Erkrankung anzugeben. In vielen Bewerbungsgesprächen wurde ich direkt darauf angesprochen. Wenn man dann offen darüber reden kann, lockert es meiner Meinung nach das Gespräch auch auf. Des Weiteren baut sich auch gleich ein persönliches Vertrauensverhältnis auf. Oft sind die Gesprächspartner sogar daran interessiert, etwas über die Hämophilie A zu erfahren, da meistens – verständlicherweise – nicht viel über die Erkrankung bekannt ist.

 

Schwerbehindertenvertretung

Was ich manchmal etwas unangenehm fand, war die Tatsache, dass bei manchen größeren Firmen Vorschrift ist, dass auch jemand von der Schwerbehindertenvertretung beim Gespräch dabei ist, wenn ein Kandidat einen Schwerbehindertenausweis hat. Klar ist es auch in vielen Fällen sinnvoll, dass es diese Vorschrift gibt. Für mich selbst war es aber etwas komisch, weil dann halt noch eine Person mehr im Raum saß. Außerdem waren die Personalverantwortlichen dann meiner Meinung nach auch verkrampfter. Vielleicht wäre es, wenn Ihr Euch dabei auch unwohl fühlen solltet, eine gute Idee, im Vorfeld die Personalabteilung anzurufen und zu sagen, dass Ihr das nicht möchtet.

 

Fazit: Auch in Bewerbungen zur Erkrankung stehen

Mein persönliches Fazit ist: Geht ruhig offen mit Eurer Erkrankung um, auch in Bewerbungen. Selbst wenn Ihr es nicht in den Bewerbungsunterlagen erwähnt, so solltet Ihr es doch im Gespräch erwähnen. Denn es ist nicht gut, die Hämophilie A zuerst zu verheimlichen und dann wird sie bei einer Verletzung und daraus resultierenden Fehlzeiten zum Thema. In dem Moment wird sich Euer Chef oder Eure Chefin fragen, warum nicht frühzeitig das Vertrauen da war. Auch finde ich es persönlich wichtig, dass der Chef oder die Chefin informiert ist. Schließlich kann auch immer etwas bei der Arbeit passieren. Des Weiteren wissen auch meine Arbeitskollegen von meiner Erkrankung.

Also, gleich zu Beginn raus mit der Sprache!

Ich wünsche Euch viel Erfolg bei den Bewerbungen,

Euer Sven


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