Bei „Rock im Park“ trotz Hämophilie A im Einsatz

„Rock im Park“ und Hämophilie A

Wie ich in einem meiner Blogbeträge berichtet habe, arbeite ich trotz meiner Hämophilie A noch nebenbei in einer Sicherheitsfirma. Diese betreut nicht nur lokale Veranstaltungen rund um Berlin, sondern ist auch bei größeren Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet vertreten. So zum Beispiel auch bei den Festivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“.

Die Arbeit auf Festivals ist spannend, aber auch anstrengend

Schon mehrmals war ich bei „Rock am Ring“ dabei und habe dort immer etwa fünf Tage am Stück gearbeitet. Schon lange Zeit bevor das Festival startete, hatte unsere Firma immer einen gut ausgearbeiteten Plan und ich wusste genau, was mich erwartet. So konnte ich mich jedes Jahr sowohl mental als auch gesundheitstechnisch gut vorbereiten.

Natürlich waren diese Tage immer sehr anstrengend, aber dank des regelmäßigen Spritzens und der Einnahme von Schmerzmitteln konnte ich die Belastungen bei so einem Einsatz gut wegstecken. Und das, obwohl meine tägliche Arbeitszeit immer zwölf Stunden betrug – plus eigenständige Hin- und Rückfahrt zur Unterkunft. Da war ich schnell so manches Mal 14 Stunden unterwegs. Und das merkte ich dann auch.

Nach so einem Tag freute ich mich sehr auf eine Dusche und vor allem darauf, meine Füße hochzulegen. Denn diese hatten eine enorme Belastung zu verkraften und meine Gelenke waren für jeden Moment der Ruhe dankbar.

An diesen fünf langen Arbeitstagen trug ich natürlich immer meine halblangen, medizinischen Strümpfe. Und mein gesamtes Equipment an Faktorpräparat, Schmerzmitteln und sonstigen notwendigen Medikamenten landete stets als erstes in meinem Gepäck. Schließlich hatte ich immer genug Zeit zur Vorbereitung für diese längere Abwesenheit von zuhause.

Vorbereitungen für meinen Einsatz bei „Rock im Park“

Im vorletzten Jahr hingegen hatte ich mir eigentlich vorgenommen, einmal auszusetzen und mit meiner Frau gemeinsam unseren zehnten Hochzeitstag zu verbringen. Aber dann kam die Anfrage meiner Firma, ob ich nicht bei der Großveranstaltung „Rock im Park“ arbeiten könnte. Sie bräuchten dringend noch ausgesuchte Mitarbeiter mit Erfahrung in diesem Bereich.

Ich sprach mit meiner Frau darüber und sie sagte ganz klar: „Wenn das so ist und man Dich braucht und auch unbedingt haben möchte, dann hat das schon seinen guten Grund.“ Ich rief den zuständigen Mitarbeiter an und sprach erst einmal die Details dazu ab. Ich erklärte ihm, dass ich aus gesundheitlichen und regenerationstechnischen Gründen auch ein Stück Privatsphäre benötigen würde. Diese sicherte er mir auch zu. Nach einem erneuten, sehr positiven Gespräch mit meiner Frau, sagte ich meinem Kollegen zu. Ich war also bei „Rock im Park“ mit dabei.

Und somit musste ich in den verbleibenden Tagen bis zum Start des Festivals noch meine benötigten Medikamente und vor allem meinen Faktorvorrat checken und nachbestellen. Meine gesamten Utensilien, welche ich für diese Zeit benötigte, wurden auch schon einige Tage vorher zusammen gepackt und auf Vollständigkeit geprüft – das A und O bei einer längeren „Reise“ mit Hämophilie.

Die letzten paar Tage vor der Abreise verbrachte ich zuhause in Ruhe, legte die Füße hoch und schonte mich und meinen Körper. Denn ich wusste ja, was auf mich in den nächsten fünf Tagen zukommen würde.

Die fünf aufregenden Tage gehen los

Ein paar Tage später ging es auch schon los und nach gut vier Stunden Fahrt ging es auch gleich ans „Eingemachte“, denn der organisatorische Teil war nicht unerheblich. Alles wurde gezeigt, gecheckt, eingeteilt und die Sicherheitsanforderungen wurden komplett vorgegeben. Das alles dauerte schon bis in den Abend hinein. Ich war froh, als ich mich endlich zur Ruhe begeben und meine Füße hochlegen konnte. Kurz vorm Zubettgehen habe ich noch eine Schmerztablette genommen – das musste erst einmal wirken und helfen.

Am nächsten Morgen hieß es dann: Faktor spritzen, bevor es losgeht! Und dann startete ich auch schon zu meinem Einsatz bei „Rock im Park“! Zwölf Stunden war ich pro Tag auf den Beinen, aber ich hatte mal wieder das Privileg, wirklich einen besonderen Job machen zu dürfen und viel von der außerordentlichen Atmosphäre zu erleben.

Mein Fazit

Aber eines ist auch klar: Ich habe diese langen Tage gemerkt, denn meine Füße rebellierten, meine Sprunggelenke meldeten sich und meine Beine waren trotz meiner medizinischen Strümpfe echt am Limit. Und das, obwohl ich jeden Tag vorsorglich Faktor gespritzt habe und auch meine Schmerzmittel nahm. Aber ich fühlte mich trotzdem echt gut!

Mein Fazit zu diesen fünf Tagen „Rock im Park“: Erlebnisreich und aufregend, aber auch anstrengend und eine absolute Belastungsprobe für den Körper. Vor allem dann, wenn der nicht gerade der gesündeste ist!


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