Hämophilie A – Wie sage ich es dem Chef?

Hämophilie A - Wie sage ich es dem Chef?

Egal, ob in der Freizeit oder im Beruf – Hämophilie A gehört zu Deinem Leben. Dank der aktuellen Behandlungsoptionen gilt die Erkrankung als gut beherrschbar und Dir stehen im Grunde genommen alle Möglichkeiten offen. Trotzdem fragen sich viele: Muss ich meinem Chef von meiner Hämophilie A erzählen? Und wenn ja: Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür und wie kommuniziere ich die Erkrankung am besten?

Diese Gedanken sind nachvollziehbar, denn für viele Menschen ist es belastend, aus ihrer Hämophilie A ein Geheimnis zu machen. Gleichzeitig herrscht die Angst vor Vorurteilen: Der Arbeitgeber könnte glauben, man wäre weniger belastbar. Doch wie sieht die Rechtslage aus?

 

Vorstellungsgespräch: Soll ich dem Chef von der Hämophilie A erzählen?

Auch wenn Du gerne mit offenen Karten spielen möchtest, bedenke die Konsequenzen Deiner Offenheit. Eine chronische Krankheit im Bewerbungsgespräch zu thematisieren, kann unter Umständen dazu führen, dass Du den Job nicht bekommst. Laut Gesetz bist Du grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, Deinem zukünftigen Chef von Vorerkrankungen oder chronischen Erkrankungen wie Deiner Hämophilie A zu erzählen. Auch eine allgemeine Frage nach einer chronischen Erkrankung musst Du nicht wahrheitsgemäß beantworten. Selbst wenn Dein zukünftiger Arbeitgeber später davon erfährt, darf er Dir deshalb nicht fristlos kündigen oder das Beschäftigungsverhältnis anfechten.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Dein potentieller Arbeitgeber darf Dich nach einer chronischen Erkrankung fragen, wenn diese Deine Arbeitsleistung sehr einschränkt oder Du Kollegen oder Dritte anstecken könntest. Die gleichen Grundsätze gelten auch für bereits bestehende Arbeitsverhältnisse. Solltest Du also aufgrund Deiner Hämophilie A stark in Deinem Arbeitsalltag beeinträchtigt sein, muss Du Fragen nach einer chronischen Erkrankung wahrheitsgemäß beantworten.

 

Hämophilie A – wie sage ich es dem Chef?

Bevor Du Deinem Vorgesetzten von Deiner Erkrankung berichtest, solltest Du Dir genau überlegen: „Wie sage ich es dem Chef?“ Es ist wichtig, dass Du auf alles vorbereitet bist: Es lohnt sich, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, wie Du die Hämophilie A kommunizieren möchtest. So kannst Du eventuelle Vorurteile entkräften und Fragen zur Krankheit verständlich beantworten. Für das Gespräch solltest Du einen geeigneten Zeitpunkt abpassen und Dir eventuell einen Termin geben lassen. Schließlich ist es ein wichtiges und sehr persönliches Thema, das Du nicht zwischen Tür und Angel besprechen möchtest. Ein geschützter Raum kann Dir helfen, Dich zu öffnen. Wenn Du diese Aspekte berücksichtigst, schaffst Du eine gute Grundlage für ein gelungenes Gespräch.

 

Pro und Contra abwägen

Vielleicht hast Du Angst, Deinen Chef ins Vertrauen zu ziehen. Mit Konsequenzen musst Du nur rechnen, wenn Du aufgrund der Hämophilie A Deine Aufgaben nicht erfüllen kannst. Dann könnte Dein Arbeitgeber Dich eventuell an einen anderen Arbeitsplatz versetzen, an dem Du körperlich weniger belastet bist. Im Falle sehr hoher Fehlzeiten besteht die Möglichkeit, dass Dir gekündigt wird.

Allerdings kann Dir ein offener und ehrlicher Umgang mit der Erkrankung auch helfen, das Verhältnis zu Deinem Vorgesetzten zu stärken und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Wenn Deine Leistung dem Durchschnitt entspricht, brauchst Du nichts zu befürchten. Sollte die Hämophilie A Deine Arbeitsleistung stark einschränken, besteht die Möglichkeit, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Schwerbehinderte genießen besondere Rechte wie zum Beispiel einen besonderen Kündigungsschutz.


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