Stark im Beruf: schwierige Situationen meistern

Oft gehen mit chronischen Erkrankungen, wie z.B. Hämophilie A, Vorurteile einher. Eine gute Strategie kann Dir dabei helfen, diese zu entkräften.Ob im Privatleben oder in der Arbeitswelt – mit einer chronischen Erkrankung, und so auch mit Hämophilie A, gehen zahlreiche Vorurteile einher. Noch immer halten sich hartnäckig Mythen wie etwa:
  • Menschen mit Hämophilie A würden verbluten, wenn sie sich schneiden.
  • Menschen mit Hämophilie A haben keine hohe Lebenserwartung.
  • Kinder mit Hämophilie A stammen immer aus Familien mit Hämophilie-Vergangenheit.
  • Jeder mit Hämophilie A zeigt die gleichen Symptome.
  • Alle Hämophilie-Betroffenen sitzen über kurz oder lang im Rollstuhl.
Diese Vorurteile zu entkräften, kann eine Herausforderung sein. Wie Du trotz Hämophilie A stark im Beruf sein kannst und schwierige Situationen meisterst, erfährst Du in diesem Artikel.  

Tabuthema Hämophilie A

Im Berufsleben zählen bei vielen Jobs Leistung und Belastbarkeit. Vorgesetzte erwarten, dass ihre Mitarbeiter diesen Anforderungen entsprechen. Deshalb fürchten sich Menschen mit einer chronischen Erkrankung häufig davor, diese publik zu machen. Zu groß ist die Angst vor Ausgrenzung und Vorurteilen. Aus diesem Grund verschweigen viele Hämophilie A Betroffene die Erkrankung. Doch es kann helfen, sie offen anzusprechen.  

Belastbar trotz chronischer Erkrankung

Eine Frage, die viele bewegt, ist sicher: „Wie mach ich meinem Chef klar, dass meine Hämophilie A keinen negativen Einfluss auf meinen Job hat?“ Am besten Du legst Dir eine Argumentationsstrategie zurecht. Mit den richtigen Informationen lassen sich Vorurteile einfach entkräften. Dein Chef muss nachvollziehen können, was es mit der Erkrankung auf sich hat: Du könntest zum Beispiel erwähnen, dass Du bewusst „Deinen“ Beruf gewählt hast, etwa weil er körperlich nicht belastend und deshalb gut mit der Hämophilie A vereinbar ist. Häufig kommen die Bedenken auf, aufgrund der Hämophilie A in Watte gepackt zu werden: „Was ist, wenn mir keiner mehr etwas zutraut?“ Oder vielleicht befürchtest Du, dass interessante Aufgaben künftig an andere Kollegen verteilt werden könnten. Auch diese Annahmen können sich mit den richtigen Argumenten entkräften lassen: zum Beispiel, dass sich Hämophilie A nicht auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt. Dank der guten Behandlungsmöglichkeiten bestehen gute Aussichten, dass Du Deine Arbeit ohne Probleme erledigen kannst.  

Integration durch Offenheit

Die Bedenken, dass die Kollegen einen ausgrenzen oder bemitleiden könnten, hindert viele daran, offen über die Hämophilie A zu sprechen. Man möchte einfach nicht als der „Kranke“ im Team gelten, der nichts mitmachen kann. Dabei weißt Du nur zu gut, dass das nicht stimmt. Das kannst Du auch den anderen mitteilen. Räum ein für alle Mal mit den Vorurteilen auf – zum Beispiel: Bis auf Kontaktsportarten kannst Du durchaus Sport treiben. Und langfristig wirst Du nicht zwangsläufig aufgrund von Gelenkschäden im Rollstuhl landen. Du bist also durchaus an verschiedensten Freizeitaktivitäten interessiert und gerne mit von der Partie. Vielleicht berichtest Du zu Beginn nicht allen Kollegen von Deiner gesundheitlichen Situation. Es kann schon entlasten, einen Vertrauten zu haben. Auch wenn es vielleicht Überwindung kostet: Sprich die Dir wichtigen Themen offen an, bevor Spekulationen die Runde machen.  

Deine Entscheidung

Nur Du entscheidest, ob und wem Du von Deiner Hämophilie A erzählen möchtest. Auch Deinem Arbeitgeber gegenüber bist Du nicht verpflichtet, von Deiner Erkrankung zu berichten. Gesundheitliche Beeinträchtigungen müssen nur dann Deinem Chef offengelegt werden, wenn Du durch diese die im Arbeitsvertrag genannten Tätigkeiten nicht erfüllt kannst bzw. eine Gefährdung für Dich bzw. Deine Kollegen besteht. Außerdem kannst Du Gerüchten vorbeugen, indem Du Deine Kollegen aufklärst und alle ihre Fragen selbst beantwortest. Solltest Du aufgrund Deiner Hämophilie A einen Schwerbehindertenausweis haben, stehen Dir zusätzliche Urlaubstage und weitere arbeitsrechtliche Vorteile zu. Diese kannst Du jedoch nur in Anspruch nehmen, wenn Dein Arbeitgeber über Deinen Krankheitsstatus Bescheid weiß. Ein weiterer Grund, warum es gut ist, wenigstens ein paar Kollegen von Deiner Gerinnungsstörung zu erzählen, ist, dass im Falle eines Arbeitsunfalls schnell und richtig reagiert werden kann.   Hast Du Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibe uns gerne eine E-Mail über das Kontaktformular. Wir melden uns schnellst möglich zurück.

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