Reha-Maßnahme bei Hämophilie A oder „die Hoffnung stirbt zuletzt“

In meinem heutigen Blog-Beitrag möchte ich über ein Thema schreiben, welches besonders für viele chronisch Kranke wichtig ist. Es geht um eine stationäre Reha-Maßnahme, welche im Großen und Ganzen zur Verbesserung der Funktionalität des Körpers beitragen soll. Jeder von uns Blutern hat die eine(n) oder andere(n) Einschränkung(en). Und wenn es ganz arg ist, wie zum Beispiel in meinem Fall, dann bleibt zum guten Schluss nur die Hoffnung darauf, eventuell eine Reha machen zu dürfen. Vor allem wenn man mit seinem „Latein am Ende ist“. Aber Hoffnung kann auch ganz schnell im Keim erstickt werden – wie bei mir.

Der lange Weg zum Reha-Antrag

Wie Ihr ja wisst, haben meine Gelenke viele diverse Schäden unter der Hämophilie genommen, welche durch nichts mehr reparabel sind. Zu all den medikamentösen Therapien und Behandlungen gesellten sich eine ganze Reihe an Physiotherapien in den verschiedensten Formen und über sehr lange Zeitfenster. Dazu kam hin und wieder eine Lymphdrainage, aber alles in allem hielt dies nur einen kurzen Zeitraum an. Es brachte kurzzeitige Linderung aber nicht wirklich Erfolg auf Dauer. Nach Rücksprache mit meinem Hämophiliezentrum und auch mit meinem Hausarzt sprach man sich von deren Seite dafür aus, eine Reha für mich zu beantragen. Gesagt, getan.... Meine behandelnde Ärztin im Hämophilie-Zentrum schrieb in ihrem Arztbrief an meinen Hausarzt hinsichtlich der Therapieempfehlung: „Zur Unterstützung ist die Beantragung einer Reha-Maßnahme für den Patienten unbedingt zu befürworten.“ Mein Hausarzt hat dann Anfang Januar mit mir zusammen den Reha-Antrag fertiggestellt. Meine Frau und ich dachten uns: „Mal schauen, was das wird.“ Und es wurde nichts. Denn mit dem Bescheid meiner Krankenkasse kam Anfang Februar die Ablehnung über die Beantragung der Reha-Maßnahme. Also alles wieder auf null.

Aufstehen und weitermachen

Nachdem ich gelesen hatte, dass für mich die Voraussetzungen für die beantragte Reha NICHT erfüllt sind und mir als Alternativen die haus- und fachärztliche Behandlung sowie die beschwerdegerechte ambulante Heilmitteltherapie in Form der Lymphdrainage zu Verfügung stehen, habe ich nur noch den Kopf geschüttelt. Denn wenn diese Therapien zum Erfolg geführt hätten – auch nur zum Teil – dann hätte man wohl kaum einen solchen Antrag gestellt. Ziel einer Reha-Maßnahme ist es laut Schreiben der Krankenkasse nämlich, verloren gegangene Funktionen und Fähigkeiten wieder herzustellen. Scheint so, als sei ich für die Krankenkasse und die „neutrale ärztliche Stelle mit medizinischem Expertenwissen“, welche zu guter Letzt über die Ablehnung entschieden hatte, ein vollkommen gesunder und top intakter „Fall“. Für mich war diese Ablehnung schon sehr ärgerlich und ich frage mich allen Ernstes, was man heutzutage noch oder überhaupt alles an Einschränkungen haben muss, um solch eine Reha-Maßnahme zu erhalten. Und dass ich meine haus- und fachärztliche Behandlung in Anspruch nehme, ist Grundvoraussetzung, denn ohne diese geht es ja schon lange Zeit gar nicht mehr. Wenn sich die ganze Lage in Sachen Corona wieder etwas entspannt hat, werde ich zusammen mit meinem Hausarzt noch einmal einen Antrag auf eine Reha stellen. In der Hoffnung, dass mit einer noch genaueren Begründung und Diagnosestellung diese dann genehmigt wird.

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!

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