Wie unterscheidet das Immunsystem zwischen „gut“ und „schlecht“?

Antikörper und Blutplättchen bei Hämophilie ADas menschliche Immunsystem erfüllt wichtige Aufgaben, um unseren Körper vor Krankheitserregern zu schützen. In der Regel kann das Immunsystem sehr genau zwischen körpereigenen Proteinen und Zellen und körperfremden Eindringlingen unterscheiden – simpel ausgedrückt zwischen gut und schlecht.  

Hämophilie A und Immunsystem

Bei einigen Menschen mit Hämophilie A bildet der Körper sogenannte Hemmkörper gegen den verabreichten Faktor VIII. Das Immunsystem erkennt den verabreichten Faktor VIII und stuft ihn als „fremd“ ein und beginnt mit der Bildung von Inhibitoren gegen den Faktor VIII. Dies kann dazu führen, dass die Faktor-VIII-Ersatztherapie unwirksam wird. Jetzt haben Wissenschaftler der Universitätsklinik Erlangen herausgefunden, wie das menschliche Immunsystem „selbst“ und „fremd“ auseinanderhalten kann. Dabei spielen bestimmte Zellen unseres Immunsystems eine zentrale Rolle: die Makrophagen. Als eine Art Müllabfuhr des Körpers fressen sie Krankheitserreger oder davon befallene Körperzellen einfach auf. Deshalb werden sie auch als Fresszellen bezeichnet. Bei der Unterscheidung zwischen gut und schlecht sind verschiedene Makrophagentypen beteiligt: die sogenannten Gewebsmakrophagen, die in allen Organen und Geweben vorkommen. Außerdem gibt es entzündliche Makrophagen, die auf körperfremde Eindringlinge reagieren. Um diese zu bekämpfen, setzen sie Entzündungen und eine Immunantwort in Gang.  

Fresszellen erkennen körpereigene Zellen

Die beiden Makrophagentypen teilen sich die Arbeit: Gewebsmakrophagen entsorgen abgestorbene körpereigene Zellen bei Entzündungsprozessen, dafür schalten inflammatorische Makrophagen Krankheitserreger aus. Die Entsorgung von körperfremden Erregern und körpereigenen Zellen läuft also getrennt ab. Dadurch wird verhindert, dass das Immunsystem körpereigene Zellen bekämpft, was zu Autoimmunerkrankungen führen würde. Für diese Erkenntnis erhielten Professor Gerhard Krönke und sein Team den mit 15.000 Euro dotierten Langener Wissenschaftspreis des Paul-Ehrlich-Instituts.   Hast Du Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibe uns gerne eine E-Mail über das Kontaktformular. Wir melden uns schnellst möglich zurück.

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