Corona und die Frage: Was hat welche Priorität?

Ich bin Kerstin und blogge hier über das Leben mit Hämophilie A. Zum Bloggen bin ich über meinen Mann gekommen, der Hämophilie A hat. In meinem heutigen Blogbeitrag werde ich einfach mal darüber schreiben, was für mich und meine Familie in dieser doch besonderen Situation wichtig ist und welche Prioritäten wir WIE setzen.

Angesichts der weiterhin sehr hohen Zahlen und des zweiten Lockdowns steht ganz eindeutig der weitere Schutz eines jeden selbst im Vordergrund. Somit haben wir bei uns zu Hause auch ganz klar einige Dinge besprochen, wie sie „laufen“ könnten.

Ich aus meiner Sicht als Mutter und Ehefrau, die gesundheitlich keine Risiken mitschleppt, habe mich dafür entschieden, weitestgehend fast alle Erledigungen, Wege und Besorgungen allein zu organisieren.

Das betrifft das Einkaufen, Wege zur Bank, die Kinder dann und wann zu „chauffieren“ oder aber auch Medikamente aus der Apotheke zu holen.

Ganz klar habe ich zu meinem Mann gesagt – und das schon beim ersten Lockdown: „Du gehst nur dahin, wo es für Dich tatsächlich nötig ist. Zum Arzt, zur Fußpflege wegen dem Diabetes und andere wichtige ärztliche Dinge sowie etwas Bewegung an der frischen Luft. Ansonsten bleibst Du bitte zu Hause!“ Ja, tatsächlich war das meine Ansage an meinen Mann. Zwar hat er ziemlich komisch geschaut, als ich das mit Nachdruck an ihn gerichtet habe, aber das war mir in dem Moment völlig egal. Denn mir war und ist wichtig, dass man nach wie vor auf den Schutz der eigenen Familie schaut und achtet. Und eben auf ihn – als Risikopatient.

Wie sieht unser Alltag im Lockdown 2.0 aus?

Da mein Mann eh kein Problem damit hat, zu Hause zu bleiben, war das ja schon mal perfekt. Notwendige Termine bei Ärzten und im Hämophilie-Zentrum wurden wahrgenommen und danach führte sein Weg auch direkt wieder nach Hause. Wichtig war und ist mir nach wie vor, dass er möglichst gut und vor allem ohne eine Infektion durch diese Corona-Zeit kommt. Denn ich mag gar nicht darüber nachdenken, was tatsächlich gesundheitlich passieren würde, wenn mein Mann sich mit COVID 19 infizieren würde.

Und somit haben wir z. B. auch den Besuch von Freunden unserer Kinder eingeschränkt. Das heißt, dass nicht jeden Tag ein anderer Kumpel oder eine andere Freundin bei uns zu Besuch kommt, sondern dass es schon „feste“ Freunde unserer Kids sind, die bei uns sein können. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass sie zu Freunden dürfen, aber eben nur zu bestimmten, sodass man im schlimmsten Falle nachvollziehen kann, wer mit wem und wann in Kontakt war.

Bis jetzt funktioniert das alles ganz gut und wir sind bisher ziemlich sorgenfrei von Anfang an durch diese Situation gekommen. Natürlich haben wir auch den „Vorteil“, dass ich jetzt in der Kurzarbeit bin und eben nicht nah am Kunden etc. Somit habe ich auch weniger Kontakt zu anderen, um mich und die Familie nochmal etwas mehr schützen zu können.

Ich denke, wir als Familie haben mit dieser Art „Prioritäten“ zu setzen, die Zeit bisher schon ganz gut rumbekommen und es geschafft, dass wir noch immer coronafrei sind!

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