Wenn man als Hämophiler zum Impfen geht …

Liebe Leser,

in den letzten Monaten ist durch die Corona-Pandemie das Thema Impfen in den Vordergrund gerückt. Auch bei mir war es so, dass ich verstärkt darüber nachgedacht habe, wann ich eigentlich das letzte Mal geimpft wurde. Bei seinen Kindern hat man das im Blick, bei sich selbst – wenn man ehrlich ist – eher nicht.

Die erste Grippe-Impfung

Ich hatte mich noch nie gegen die Grippe impfen lassen, doch dieses Jahr wollte ich das erste Mal eine Grippe-Impfung machen lassen. Also meldete ich mich zum Termin an und erwähnte aber zunächst nichts von meiner Hämophilie. Als ich dann beim Termin selbst auf die Frage, ob ich Angst vor Nadeln hätte oder ob sonst etwas erwähnenswertes zu nennen wäre, antwortete, dass ich Hämophilie, also die Bluterkrankheit hätte, wurde es kurz ruhig. Die medizinische Fachangestellte sagte nur, dass sie in diesem Fall erst mit ihrem Chef Rücksprache halten wollte. Bevor ich noch was sagen konnte, war sie auch schon aus dem Behandlungszimmer verschwunden. Zurück kam sie dann tatsächlich mit dem Arzt.

Gespräch mit dem Arzt im Vorfeld der Impfung

Ich wurde gefragt, ob ich von dem Arzt, der mich sonst behandelt darüber aufgeklärt worden bin, dass es auch bei einer Impfung blaue Flecken geben könnte und ob ich denn generell wüsste, wie man eine Hämophilie behandelt. In solchen Momenten wird einem wieder klar, dass viele Ärzte sehr selten oder halt auch nie mit einem Hämophilen zu tun haben. Sie wollen dann keinen Fehler machen und dann kommen solche eher komischen Fragen.

Keine Schmerzen nach der Impfung

Nach einem kurzen Gespräch kamen wir dann zu der Entscheidung, dass bei mir die Nadel bei der Impfung einfach nicht so tief in den Oberarm gestochen wird, damit der Muskel nicht zu sehr verletzt wird. Im Nachhinein eine gute Idee, denn ich hatte nicht nur keine Schmerzen, sondern auch keine Schwellung.

Vielleicht habt Ihr ja auch schon solche Erfahrungen beim Impfen, aber sicherlich bei Untersuchungen außerhalb eines Hämophilie-Zentrums gemacht? Immer daran denken, die Ärzte wollen auf jeden Fall alles so gut es geht machen und daher lieber einmal mehr als einmal zu wenig nachfragen.

Euer Sven

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