Klartext: Depression ist auch Männersache

Depression bei Männern

Depressionen? Vielleicht denkst Du jetzt: „Das ist doch Frauensache!“ Viele Menschen denken genauso. Doch das stimmt nicht. Frauen sind zwar ungefähr doppelt so häufig betroffen, aber auch Männer leiden an Depressionen.1 Überhaupt treten Depressionen häufiger auf, als man denkt: Laut der WHO (World Health Organisation) sind weltweit über 300 Millionen Menschen von einer Depression betroffen. In Deutschland sind es etwa 4,1 Millionen Menschen.2

Müssen Männer immer stark sein?

Es herrscht das allgemeine Vorurteil, dass Männer immer stark und selbstbewusst sein müssen und nicht scheitern dürfen. Stress oder Burnout? Das ist noch ok. Aber nicht eine Depression.

Daher wird eine Depression bei Männern oft nicht als solche erkannt. Die typischen Symptome, die bei Frauen auftreten, wie Interessenverlust, Niedergeschlagenheit und Antriebsschwäche, sind bei Männern seltener zu beobachten. Denn Männer sind Meister der Verdrängung und setzen sich häufig nicht mit der Ursache ihrer Depression oder ihren Konflikten auseinander. Das erschwert die Diagnose ungemein. Daher liegt die Dunkelziffer an betroffenen Männern eventuell noch höher.

Wie sehen die Symptome einer Depression bei Männern aus?

Im Gegensatz zu Frauen, die sich bei einer Depression häufig zurückziehen, werden depressive Männer meist übermäßig aktiv. Diese Rastlosigkeit verhindert, dass sie sich in Ruhe mit ihrem Gefühlsleben auseinandersetzen müssen. Die drei typischsten Symptome sind:

  • Übermäßige Aktivität: Männer stürzen sich in Arbeit, haben immer etwas zu tun und gönnen sich keine Pausen.
  • Wut und Aggression: Ihre Ohnmacht und Hilflosigkeit gegenüber ihren Empfindungen lässt auch sonst ausgeglichene Männer aggressiv gegenüber anderen werden. Dadurch ecken sie jedoch immer mehr an und neue Probleme entstehen.
  • Autoaggressives und selbstzerstörerisches Verhalten: Männer können eine hohe Risikobereitschaft zeigen, Rauchen sehr viel und konsumieren viel Alkohol.

Der wohl markanteste Unterschied bei Symptomen einer Depression zwischen Männern und Frauen ist: Frauen ziehen sich eher zurück und leiden selber. Männer werden aktiver und verändern ihr Verhalten, sodass ihr Umfeld (Familie, Freunde, Kollegen) darunter leidet. Durch die daraus entstehenden Konflikte drohen sie in eine Spirale zu rutschen, aus der sie nicht so leicht wieder entkommen können.

Depression und Hämophilie A

Depressionen können durch verschiedene Umstände ausgelöst werden. Dazu gehören zum Beispiel Stress, Sorgen, hormonelle Veränderungen, Zukunftsängste oder traumatische Erlebnisse, aber auch genetische Faktoren. Bei Menschen mit Hämophilie A kommen zusätzlich noch weitere Faktoren hinzu: die Angst um die eigene Gesundheit, die Schmerzen und die Einschränkungen im Alltag. Oder vielleicht auch der Gedanke: „Warum ich?“ Betroffene müssen in vielen Dingen immer ein bisschen vorsichtiger sein als andere und empfinden das als belastend und unfair. Dadurch kann die Lebensqualität sinken und Betroffene ziehen sich immer mehr zurück und können in die soziale Isolation geraten. All diese Umstände können eine Ursache für eine Depression sein.

Empfindest Du auch ab und zu so? Oder ziehst Du Dich von Deiner Familien und Deinen Freunden zurück? Leidest Du unter Appetit- und Antriebslosigkeit oder sogar Hoffnungslosigkeit, Alpträumen und Schlafproblemen? Dann sprich mit einer Dir vertrauten Person darüber. Oft hilft es schon, wenn Dir jemand zuhört und Du Dich verstanden fühlst.

Was tun gegen eine Depression?

Sollten Dir die Gespräche mit Familie oder Freunden nicht mehr weiterhelfen, ist es ratsam, Dir professionelle Hilfe zu suchen. Denn je früher Du Dir Hilfe holst, desto besser kann Dir geholfen werden. Ein Therapeut unterstützt Dich dabei, einen Weg aus der Depression zu finden. Habe keine Angst vor diesem Schritt. Denn eine rechtzeitige Hilfe kann Leben retten! Jedes Jahr begehen rund 10.000 Menschen Suizid aufgrund von Depressionen. Etwa zwei Drittel davon sind Männer.3

Wenn Du unsicher bist, wo Du professionelle Hilfe bekommst, wende Dich an Deinen Arzt. Er kann Dir entsprechende Anlaufstellen und Adressen nennen. Weitere Informationen zu Anlaufstellen erhältst Du bei der Deutschen Depressionshilfe.


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Quellen:

1Gesundheitsberichterstattung des Bundes, „Gesundheit in Deutschland aktuell 2012“, Robert-Koch-Insitut, Faktenblatt zur GEDA 2012

2https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/depression März 2018 (zuletzt abgerufen am 7. Juni 2019)

3Preuk M., „Männer sind anders depressiv als Frauen – drei überraschende Symptome“, FOCUS Online, Mai 2019

https://www.haemophilie.org/leben/jugendliche/lifestyle-clique (zuletzt abgerufen am 7. Juni 2019)

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/ursachen-und-ausloeser (zuletzt abgerufen am 7. Juni 2019)

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