Magenspiegelung bei Hämophilie – wie hoch ist das Risiko?

Ich habe bereits über meine ersten Erfahrungen mit Hämophilie A und Hepatitis C berichtet. Im August 2018 begann ich eine neue Therapie gegen meine Hepatits C. Vorab sollte aber noch eine Magenspiegelung durchgeführt werden, um zu klären, ob sich in meiner Speiseröhre oder meinem Magen eventuell Krampfadern gebildet haben. Bei Hepatitis C können sich solche Krampfadern bilden aufgrund der geschädigten Leber.

Blutungen bei einer Magenspiegelung vorbeugen

Zuerst musste ich die Magenspiegelung mit meinem Gerinnungszentrum absprechen und die „Vorsorgemodalitäten“ klären. Das war ruckzuck mit meiner Ärztin geklärt und die unangenehme Prozedur der Magenspiegelung konnte ihren Lauf nehmen. Zu Hause musste ich prophylaktisch Faktor VIII spritzen, um mich vor möglichen Blutungen zu schützen. Auch seitens meines Hämophilie-Zentrums war für alle Fälle ausreichend Faktor VIII vorrätig, falls Blutungen auftreten sollten.

Der Tag der Magenspiegelung

Morgens fuhr ich zusammen mit meiner Frau als Begleitung zu meinem Gerinnungszentrum. Ich meldete mich auf der Station und es folgte das Aufklärungsgespräch zwecks der Narkose. Danach musste ich noch etwas warten und schon ging es ab in den OP. Nach circa 45 Minuten war ich wieder „da“ – und mit der guten Nachricht, dass ich KEINE solcher Krampfadern hatte. Zum Glück! Ich konnte eine gute Stunde später wieder nach Hause, wo ich mir prophylaktisch nochmal Faktor VIII spritzte. Wenige Tage später konnte ich mit der Hepatitis-Therapie beginnen.

Besonderheiten für Hämophilie-Patienten

Ein Routineeingriff wie eine Magenspiegelung ist für einen Hämophilie-Patienten nicht ganz ohne – besonders in der Hinsicht auf Verletzungen und Blutungen. Der Magen-Darm-Trakt ist sehr dünnwandig und besitzt eine Schleimhaut, in der unzählige, teilweise kleinste Blutgefäße sind. Daher muss bei solch einem Eingriff sehr genau gearbeitet werden, um das Verletzungsrisiko so minimal wie nur möglich zu halten.

Notfallbehandlung bei Blutungen

Sollten bei solch einem Eingriff tatsächlich Krampfadern in der Speiseröhre oder im Magen festgestellt werden, müssen sie schnellstmöglich behandelt werden. Diese Krampfadern können im schlimmsten Falle platzen und zu einer gefährlichen Blutung führen. Für mich als Hämophilie-Patienten ein besonders übles Szenario, das lebensgefährlich sein kann. Daher sollten die Ärzte das Krankheitsbild der Hämophilie und deren Behandlung gut kennen.

Wie die Magenspiegelung für mich war

Mein Fazit zum Thema „Magenspiegelung bei Hämophilie A“: Zwar merkt man unter der Narkose nichts vom gesamten Vorgehen während des Eingriffs, aber trotz allem hatte ich vorab ein echt flaues Gefühl im Magen. Ich hatte auch großen Respekt vor der Narkose, die auch die erste in meinen 50 Lebensjahren war. Man stellt sich vorab immer die Frage: „Geht alles gut?“ Und ja, es ging alles gut.


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