GSAV-Auswirkungen bei Hämophilie A – Medikamentenvertrieb über Apotheken

Gerne berichte ich Euch über Rainers und meine Erfahrungen zum Medikamentenvertrieb über die Apotheken.

Als Rainer mir mitteilte, dass die Medikamente für Hämophilie A in Zukunft in der Apotheke abgeholt werden können und nicht mehr im Hämophilie-Zentrum, ging ich davon aus, dass es weiterhin so reibungslos wie bisher laufen würde. Bis auf ein paar Unstimmigkeiten am Anfang ist es so geblieben.

Bislang war es so: Rainer fuhr vierteljährlich in sein Hämophilie-Zentrum zur Untersuchung. Dort hat er sich im Klinikdepot das Faktorpräparat abgeholt. Das lief alles ohne Rezept. Ein Karton kostete zehn Euro. In diesem Karton waren 30 Päckchen mit je 2000 Einheiten des Medikaments.

Kleine Herausforderungen am Anfang

Nach der Umstellung auf den Apothekenvertrieb läuft es nun wie folgt ab: Rainer fordert das Rezept telefonisch im Hämophilie-Zentrum an. Das Rezept kommt per Post zu uns nach Hause. Entweder ist Rainer dann zur Apotheke gelaufen, um das Rezept abzugeben oder ich. Man teilte uns mit, dass das Medikament bestellt wird und am nächsten Tag da wäre. Dann würde man uns anrufen, damit wir das Medikament abholen können. Sobald das Medikament geliefert wurde, ist einer von uns mit einer kleinen Kühltasche wieder in die Apotheke gelaufen, um es abzuholen.

Am Anfang mussten wir auch noch Rezeptgebühren bezahlen. Das ist inzwischen nicht mehr so, weil viele Krankenkassen für Hämophilie-A-Medikamente Rabattverträge abgeschlossen haben, sodass die Zuzahlung entfällt. Die bisher gezahlten Beträge haben wir bei der Steuererklärung im Formular „Außergewöhnliche Belastungen“ angegeben. Vielleicht bekommen wir über diesen Weg noch eine Teilrückerstattung. Denn wird die sogenannte zumutbare Eigenbelastung bei medizinischen Leistungen überschritten, kann der darüber hinausgehende Betrag als außergewöhnliche Belastung die Steuer mindern.

Mit der Apotheken-App einfacher und schneller

Nach diesen anfänglichen Herausforderungen sieht es inzwischen so aus, dass der Weg des Rezeptes von uns zur Apotheke jetzt ganz einfach und schnell digital über eine App geht. In unserem Fall hat die Apotheke diese App auf ihrer Website angeboten.
Als Tipp für Euch: Schaut bei der Website Eurer Apotheke vorbei und sucht nach der App. Solltet Ihr dort nichts finden, dann recherchiert einfach mal im Internet nach einer Apotheken-App oder ähnlichen Begriffen.

Die App zu benutzen ist ganz einfach: Zuerst installiert man sie auf dem Smartphone. Dann registriert man sich und sucht die Apotheke heraus, bei der man die Medikamente bestellen möchte. Anschließend fotografiert man das Rezept mit dem Smartphone. Man bekommt dann auch gleich die Meldung, ob die Medikamente vorrätig sind oder bestellt werden müssen. So ist es zumindest bei der App, die wir benutzen.

Info

Spare Dir einen Gang zur Apotheke und löse Dein Hämophilie-Rezept per App bei Deiner Apotheke ein.

Die App zeigt Euch auch an, wann die Medikamente da sind. Ihr könnt der Apotheke auch weitere Wünsche oder Anmerkungen mitteilen. Zum Beispiel haben wir darum gebeten, dass wir auch noch zusätzlich telefonisch informiert werden, sobald die Medikamente eingetroffen sind. Das hat reibungslos funktioniert. Inzwischen verzichten wir auf den Anruf, weil die Benachrichtigung über die App einwandfrei funktioniert.

Mein Rat an Euch: Falls Ihr die Medikamente nicht selbst abholen könnt oder wollt, einfach mal in Eurer Apotheke nachfragen, ob sie das Medikament auch zu Euch nach Hause bringen. Manche Apotheken bieten den Lieferservice auf ihrer Website an. Bei anderen sollte man einfach direkt nachfragen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich bereits viel in den letzten Monaten getan hat und der ganze Prozess mittlerweile schon recht gut eingespielt ist.

Hast Du Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibe uns gerne eine E-Mail über das Kontaktformular. Wir melden uns schnellstmöglich zurück.