Zahnoperation bei einer Konduktorin für Hämophilie A

Ich bin Kerstin und meine Tochter ist Konduktorin für Hämophilie A. In diesem Beitrag berichte ich über eine Zahnoperation, die bei ihr durchgeführt werden musste, und von unserer Vorbereitung.

In einem meiner früheren Beiträge habe ich erzählt, dass meine Tochter Mary vor ca. drei Jahren die Diagnose „Konduktorin der Hämophilie A“ bekam. Es wurde auch besprochen, welche Behandlungsmethoden getroffen werden können, um die Blutungsneigung bei Mary zu verringern, z. B. in Bezug auf Operationen oder kleinere Eingriffe – egal welcher Art. Und genauso kam es.

Der Zahn muss raus – welche Vorkehrungen müssen getroffen werden?

Mary war in kieferorthopädischer Behandlung, und es wurde ihr zur Entfernung eines Backenzahnes geraten. Wohl war mir bei dem Gedanken überhaupt nicht. Meine erste Intention war, dass ich mich mit dem behandelnden Gerinnungszentrum in Verbindung setzen musste, um das weitere Vorgehen abzuklären. Ich rief dort an und bat um einen Rückruf der behandelnden Ärztin. Der Anruf kam schnell und die weitere Vorgehensweise wurde besprochen.

Nachdem wir die Überweisung an einen Kieferchirurgen bekamen, machte ich bei einem erfahrenen Arzt einen Termin zur Vorbesprechung. Mit gemischten Gefühlen nahm ich diesen Termin zusammen mit meiner Tochter wahr, und der zuständige Kieferchirurg erklärte uns den Ablauf. Im Anamnesebogen tauchte die Frage nach Medikamenten auf. Ich trug das Medikament ein, das Mary zur Verringerung der Blutungsneigung einnimmt. Daraufhin sprach uns der Arzt an und fragte nach dem Warum. Wir erklärten ihm, aus welchen Gründen meine Tochter dieses Medikament nehmen muss und wie die vom Gerinnungszentrum vorgeschlagene Prophylaxe durchgeführt werden soll.

Alles gut gegangen – dank sorgfältiger Planung

Nachdem das Aufklärungsgespräch erfolgt war, erhielten wir den Termin zum Eingriff. Wie mit dem Gerinnungszentrum besprochen, nahm Mary das dafür nötige Medikament ein. Sie nahm diesen Eingriff meiner Einschätzung nach etwas lockerer auf als ich, jedoch mit dem nötigen Respekt.

Der Tag des Eingriffs war schneller da als gedacht, und ich war sehr angespannt und hoffte nur, dass alles gut gehen und keine übermäßige Nachblutung eintreten würde. Nach ca. 25 Minuten war der Eingriff geschafft und Mary kam mir recht entspannt entgegen.

Wie zu erwarten war, begleiteten Schmerzen und eine heftige Schwellung die ersten Tage, trotz Kühlen, Antibiotika und Ruhe. Immer wieder kam in mir die Angst hoch, dass doch noch eine Nachblutung auftreten könnte. Aber Gott sei Dank trat keine auf. Nach ca. drei Tagen färbte sich die Wange blau-lila, aber auch das klang recht schnell wieder ab. Nach zehn Tagen wurden die Fäden gezogen und alles war gut. Mary nahm weiterhin das Medikament und ging nach einigen Tagen wieder zur normalen Dosis zurück.

Das Fazit meinerseits: Mit einer guten Vorbereitung und ausführlicher Absprache mit dem Gerinnungszentrum lässt sich ein bevorstehender Eingriff wie dieser gut händeln. Wichtig ist allerdings auch, dass der weiterbehandelnde Arzt alle Infos über die Hämophilie A und die damit verbundene Medikation erhält. Als Patient sollte man immer besonnen, aber mit dem nötigen Respekt an solch eine Sache herangehen, und als Angehöriger kann man dem Betroffenen Mut und mentale Unterstützung geben sowie bei der Planung und Vorbereitung der OP unterstützen.

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