Mann schaut auf ein Tablet und unterschreibt ein Dokument

Hämophilie A – Reha endlich in Sicht 

Ich bin Meikel und habe schwere Hämophilie A. In meinem heutigen Blog möchte ich Euch meine Erfahrungen in Bezug auf meine Reha mitteilen.

Schon lange hatte ich mich mit meiner Krankenkasse auseinandergesetzt, um eine Reha bewilligt zu bekommen. Mehrfach wurden Anträge gestellt, welche immer wieder abgelehnt wurden mit dem Vermerk: „medizinisch nicht notwendig“. Jedes Mal, wenn die Ablehnungsbescheide mit diesem Endergebnis bei mir eintrafen, fragte ich mich allen Ernstes, wie „kaputt“ ein Mensch denn wirklich sein muss, um überhaupt eine Reha genehmigt zu bekommen. 

Hausbesuch vom Medizinischen Dienst

Im März letzten Jahres sollte sich dies ändern, als ein Gutachter vom MD (Medizinischer Dienst) einen Hausbesuch machte. Grund war, dass seitens der Pflegekasse geprüft werden sollte, ob der Pflegegrad 2 bei mir weiterhin Bestand hat. Dies geschieht immer einmal im Jahr. Und so erschien der Gutachter bei mir zu Hause. 

Meine Frau war bei dieser Begutachtung zugegen, da sie auch meine Pflegeperson ist und bei allen Belangen immer miteinbezogen wird. Der Gutachter schaute sich meine Wohn- und Lebenssituation an und später erfolgte dann die Begutachtung der Beweglichkeit.  

Neue Hoffnung

Dem Gutachter fiel sofort auf, dass meine Beweglichkeit sehr stark eingeschränkt war und ich immense körperliche Einschränkungen vorzuweisen hatte. Er fragte, ob ich denn in der Vergangenheit schon eine Physiotherapie oder Reha verordnet bekommen hatte. Wir teilten mit, dass Physiotherapie und Lymphdrainage verordnet und auch gemacht wurden. 

Im Rahmen der Physiotherapie habe ich auch eine Elektrotherapie bekommen. Dabei wurden wie bei einem EKG so „Noppen“ an meine Oberschenkel und bei weiteren Besuchen auch an meinen Schultern angeschlossen. Dann fließen kleine Stromstöße, um die Muskeln zu lockern und die Durchblutung zu verbessern. Ich habe tatsächlich schon nach zwei Anwendungen gespürt, dass sich eine gewisse Leichtigkeit einstellt. Zudem mache ich zu Hause selbst diverse Übungen, die mir bei der Physiotherapie gezeigt wurden. Die Übungen sind so eine Art Gymnastik, die ich mit einem Stuhl durchführe, z. B. die Beine hochheben und halten oder gleichzeitig die Ellenbogen in Richtung Knie bewegen.  

Zum Thema Reha berichteten wir ihm, dass jeder Antrag, der gestellt wurde, von der Krankenkasse mit einer Ablehnung beschieden wurde, woraufhin wir per Widerspruch reagiert haben, dieser aber auch wieder negativ beschieden wurde. Das stieß auf absolutes Unverständnis beim Gutachter und er sagte uns, dass er es auf jeden Fall gegenüber der Pflegekasse und Krankenkasse als dringend notwendig sieht, eine Reha zu verordnen – und zwar zeitnah. Seine Einschätzung über meinen körperlichen Zustand in Bezug auf meine Beweglichkeit, gerade was meine Gelenke betrifft, war für ihn schon von vornherein sichtbar. 

Im Begutachtungsbericht stand tatsächlich, dass eine Reha als zwingend erforderlich und notwendig angesehen wird und somit ging diese Angelegenheit auf die „Reise“ zur Bearbeitung.

Endlich grünes Licht 

Kurze Zeit später erhielt ich von der Pflegekasse den Bescheid, dass mein Pflegegrad 2 weiterhin Bestand hat. Zugleich wurde mir mitgeteilt, dass eine Reha genehmigt wurde. Zu welchem Zeitpunkt diese starten und wie lange diese dauern würde, das war noch unklar, da erst eine geeignete Rehaklinik gefunden werden musste. Auch wusste ich noch nicht, wohin mich die Reha ortstechnisch führen würde, aber im Endeffekt war mir das völlig egal. Hauptsache, meine medizinischen Belange konnten dort mit entsprechenden Therapien „versorgt“ werden. Und nach einiger Zeit kam aus einer passenden Klinik eine Mitteilung, dass ich dort in der Zeit vom 19.09.2024 bis 10.10.2024 eine Reha machen durfte – im Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg. 

Dranbleiben lohnt sich 

Die Freude über die Genehmigung der Reha war an für sich schon groß, aber dann auch noch so schnell einen geeigneten Platz zu bekommen, das war für mich mein Highlight des Jahres. Und somit begann langsam meine Vorbereitung auf die Reha: mit dem Ausfüllen der benötigten Unterlagen, dem Zusammenstellen meiner persönlichen Dinge für diese Zeit und meiner Medikamente – vor allem meines Hämophilie-Medikaments. Die Zeit verging wie im Flug, und ganz schnell war der Tag da, an welchem ich meine Reha beginnen konnte.  

Wie man sieht, lohnt es sich irgendwie immer, am Ball zu bleiben, hartnäckig zu sein und nicht aufzugeben, wenn gerade solch wichtige Sachen wie körperliches und geistiges Wohlbefinden, Beweglichkeit und Gesundheit miteinander in Einklang gebracht werden sollen. Und genau DAS habe ich in meiner Reha „gelernt“. Aber auf diese Reise nehme ich Euch in einem weiteren Blog-Beitrag mit.  

Seid gespannt!  

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