Wie reagieren Freunde auf die Hämophilie?

Wie reagieren Freunde auf die Hämophilie?

Hallo liebe Leserinnen und liebe Leser,

wir alle wissen, wie es ist, wenn man Freunde hat, die man regelmäßig trifft, rumalbert oder auch streitet. Das alles ist völlig normal und gehört einfach zum Leben dazu. Die zentrale Frage aber war für mich: Wie reagieren meine Freunde, wenn ich ihnen von meiner Hämophilie erzähle? Was passiert dann? Welche Erfahrung ich damit gemacht habe und wie ich mich dabei gefühlt habe, möchte ich Euch in diesem Blog gerne näher bringen. Da meine Blog-Beiträge in der Regel etwas ausführlicher sind, wird auch dieser aus zwei Teilen bestehen. Viel Spaß beim Lesen! 

In der Grundschule wusste zuerst keiner von der Hämophilie

Ich erinnere mich noch daran, dass meine Eltern eigentlich seit meiner Geburt immer sehr fürsorglich waren. Das hat natürlich Vorteile, was die Gesundheit angeht, hat aber auch Nachteile. Zum Beispiel werde ich ein Erlebnis nie vergessen. Da war ich in der zweiten oder dritten Klasse. Ich kam damals auf eine neue Schule und fand relativ schnell Freunde, mit denen ich mich wirklich sehr gut verstand. Es hört sich jetzt zwar komisch an, aber mir machte die Schule einfach Spaß. Eines Tages merkte ich, dass auf einmal alle komisch zu mir wurden und Abstand zu mir hielten und ich verstand die Welt nicht mehr. Meine Freunde mieden mich auf einmal. In der Pause ging ich dann allein den Flur entlang und bekam einen Schock, als ich auf einmal ein großes Bild von mir an der Wand hängen sah mit der Aufschrift „Schwerkranker Bluter“. Meine Eltern haben den Lehrkräften meine Krankheit so dramatisch dargestellt, dass sich die Lehrkräfte dazu entschieden haben, dieses Foto an die Wand zu hängen. Zentral und gut sichtbar für alle. Dass mir die Schule ab dem Punkt keinen Spaß mehr gemacht hat, könnt Ihr Euch sicherlich vorstellen.

Den Freunden habe ich die Hämophilie verschwiegen

Neben der Schule hatte ich natürlich auch privat Freunde. In der Regel waren es Nachbarn oder Freunde, die man von früher kannte. Mit diesen Leuten verstand ich mich auch wirklich sehr gut. Vielleicht lag es daran, dass keiner von denen wusste, dass ich krank war. Nach dem Vorfall in der Grundschule wusste ich, wie sich ein Verhältnis schlagartig ändern kann. Daher dachte ich im Traum nicht daran, meinen Freunden von meiner Krankheit zu erzählen. Das Problem war nur: Je länger man sich kannte, desto mehr wusste man irgendwann auch über den anderen. Jedes Mal, wenn mir ein Freund ein Geheimnis anvertraute, fühlte ich mich schlecht, weil ich selber ein großes Geheimnis hatte, das eben keiner kannte. Unter diesen Leuten gab es natürlich immer einen besten Freund, mit dem man sich besonders gut verstanden hat. Da früher oder später alles ans Licht kommt, entschied ich mich eines Tages dazu, meinen besten Freund einzuweihen. Wie mein bester Freund darauf reagiert hat und wie sich das Ganze auf unsere Freundschaft ausgewirkt hat, erfahrt Ihr im zweiten Teil meines Beitrags.


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