Lockdown 2.0 – Kurzarbeit und nun?

Ich bin Kerstin und blogge hier über das Leben mit Hämophilie A. Zum Bloggen bin ich über meinen Mann gekommen, der Hämophilie A hat. heute melde ich mich mit einem Blogbeitrag aus meiner Kurzarbeit, welche am 16. Dezember 2020 gestartet ist.

Ganz ehrlich: So richtig glücklich bin ich darüber nicht unbedingt, da ich eher der Typ Mensch bin, der die Arbeit braucht und auch mal was anderes sehen und hören muss als nur das Übliche von zu Hause.

Aber so eine Kurzarbeit hat auch ihre positiven Seiten – gerade in DIESEN Zeiten. Denn das ist jetzt auch eine Chance, sich selbst und die Familie zu schützen – und somit auch den Partner mit Hämophilie, der bei uns das größte Risiko einer möglichen Infektion trägt.

Wie sah es im ersten Lockdown aus?

Während des ersten Lockdowns bzw. der ersten Corona-Welle war ich nicht von der Kurzarbeit betroffen, da ich damals noch im Lebensmittelbereich des Einzelhandels gearbeitet habe.

Damals musste ich jeden Tag arbeiten, egal ob Früh- oder Spätschicht, und hatte tagtäglich extremen Kundenkontakt. Zu Anfang tatsächlich ganz ohne Schutz, weder mit Plexiglasscheibe an der Kasse, noch waren Masken oder Desinfektionsmittel verfügbar. Es sei denn, man hat sich mit allem selbst versorgt. Und vor allem das Wort „Hygiene“ großgeschrieben und die Distanz zum Kunden gewahrt.

Aber trotzdem blieb immer noch die Frage offen: „Reicht das alles aus, um mich und meine Familie zu schützen?“ Und vor allem meinen Mann, der mit all seinem „Reichtum“ an Krankheiten mehr als nur gefährdet ist? Damals war es eine echte Gratwanderung, sich und seine Familie zu schützen, aber gegenüber dem Arbeitgeber zu 100 Prozent zu funktionieren und gleichzeitig im Kundenkontakt sicheren Abstand zu halten. Heute bin ich froh, dass ich all das hinbekommen habe. Und auch darüber, dass ich in dieser jetzigen, erneuten Lockdown-Situation in der Kurzarbeit bin, und somit zu einem großen Teil meine Familie und auch meinen Mann schützen kann.

Kurzarbeit im neuen Job

Nun bin ich zwar immer noch im Einzelhandel, aber bei einem großen Elektronik-Fachmarkt beschäftigt, und somit eben in der Kurzarbeit. Diese tut ganz gut, zum einen im Hinblick auf eine begrenzte körperliche Entspannung. Zum anderen auch in Bezug auf eine mögliche Infektion mit COVID 19 und auch in Sicht auf Vorsichtsmaßnahmen und die Frage: „Was ist an Wegen und Erledigungen dringendst nötig und was könnte man reduzieren bzw. verschieben?“ Aber darüber habe ich in einem meiner letzten Blogbeiträge geschrieben. Denn auch unter diesem Aspekt kann man das Infektionsrisiko minimieren, vor allem bei einem Menschen, der mit Hämophilie und all ihren Begleiterscheinungen und Folgeerkrankungen noch mehr gefährdet ist und bei dem eine Infektion auf jeden Fall vermieden werden muss.

Denn im Falle meines Mannes sind es ja nun mehrere Erkrankungen, welche aufeinandertreffen und da wäre eine zusätzliche Belastung durch Corona absolut fatal.

Ich hoffe, wir kommen alle zusammen gesund durch diese Zeit, und jeder einzelne von uns hat für sich und seine Angehörigen ein geeignetes „Schutzschild“ entworfen, um COVID 19 nicht an sich heranzulassen.

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