Nasenbluten bei Hämophilie A

Nasenbluten bei Hämophilie A – was tun?

Nasenbluten – lästig, aber meist harmlos und keineswegs nur ein Problem von Menschen mit Hämophilie. Jedoch können diese aufgrund der erhöhten Blutungsneigung besonders leicht Nasenbluten bekommen.

Hast Du auch öfter mal Nasenbluten? Hier haben wir ein paar Tipps für Dich, was Du dagegen unternehmen kannst.

Warum blutet die Nase?

Die Aufgabe der Nase ist es, Atemlu­ft aufzuwärmen und anzufeuchten. Dafür befinden sich in der Nasenschleimhaut viele feine Blutgefäße, welche empfindlich auf Reizungen, wie häufiges Naseputzen, trockene Luft­ und Nasenspray bei Schnupfen oder Allergien reagieren. Reißen die kleinen Gefäße, kommt es zu Nasenbluten.

Manchmal reicht auch schon eine strapazierte oder sehr trockene Nasenschleimhaut aus, damit die Nase blutet. Aber auch wenn es manchmal erschreckend aussehen kann, verliert man dabei in der Regel nur wenige Milliliter Blut.

Nasenbluten bei Hämophilie A richtig behandeln

Meist lässt sich Nasenbluten gut zu Hause behandeln. Neben Medikamenten zur Behandlung von akuten Blutungen gibt es auch hilfreiche nicht-medikamentöse Maßnahmen. Sie sind einfach umzusetzen und eignen sich nicht nur für daheim, sondern auch für unterwegs. So bist Du immer gegen Nasenbluten gewappnet.

Denke aber daran: Wenn die Blutung länger anhält, sehr stark ist oder schnell wieder auftritt, ist ein Besuch bei Deinem:Deiner Ärzt:in angebracht. Vielleicht ist es nötig, Deine Hämophilie-Medikamente anzupassen, um Blutungen noch besser vorzubeugen.

Befrage Deine:n Hämophilie-Behandler:in auch zu innovativen Therapiemöglichkeiten.

10­ Tipps gegen Nasenbluten

  1. Aufrecht stehen oder sitzen und den Kopf nach vorne neigen

Leg Dich nicht hin: Durch die aufrechte Körperhaltung sinkt der Blutdruck in Deinem Kopf. Besonders wichtig ist es, dass Du den Kopf nach vorne beugst – so kann kein Blut über den Rachen in den Magen fließen, was zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.

  1. Nasenflügel für einige Minuten zusammendrücken

Drücke Deine Nasenflügel mit den Fingern für etwa 10 Minuten zusammen und atme in dieser Zeit ruhig durch den Mund. Durch das Zusammendrücken dichtest Du die verletzten Blutgefäße ab, bis der Körper sie wieder verschlossen hat.

  1. Kalten Waschlappen oder ein Kühl-Pack in den Nacken legen

Halte einen Waschlappen unter kaltes Wasser, wringe ihn aus und lege ihn in den Nacken. Die Kälte ist angenehm und sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße etwas zusammenziehen und so die Blutung schwächer wird. Du kannst auch ein Kühl-Pack aus dem Gefrierfach nehmen. Wickle es jedoch immer erst in ein Handtuch ein, da es zu kalt ist, um es direkt auf die Haut zu legen.

  1. Blut ausspucken und nicht schlucken

Es kann passieren, dass Du bei Nasenbluten Blut in den Mund bekommst. Aber das ist nicht schlimm. Trotzdem solltest Du es ausspucken und nicht hinunterschlucken.

  1. Blutungsdauer messen

Hast Du schon mal gemessen, wie lange Dein Nasenbluten anhält? Das ist eine wichtige Information für Deine:n Hämophilie-Behandler:in und auch Du selbst hast dadurch einen guten Überblick über Dein Nasenbluten. Blutet Deine Nase nach 15 bis 20 Minuten immer noch, solltest Du Dich an Deine:n Ärzt:in wenden.

  1. Blutdruck messen

Wenn Dein Nasenbluten aufgehört hat, solltest Du noch etwa eine halbe Stunde auf mögliche Kreislaufbeschwerden achten. Durch regelmäßige Blutdruckmessungen kannst Du Veränderungen in Deinem Blutdruck frühzeitig erkennen. Liegt er bei etwa 120 zu 80 mmHg, ist alles im grünen Bereich.

  1. Hält das Nasenbluten länger an oder kommt es schnell wieder – ab zum:zur Ärzt:in

Tritt Nasenbluten mehrmals am Tag oder an mehreren Tagen innerhalb einer Woche auf, solltest Du Dein:e Ärzt:in einen Blick in Deine Nase werfen lassen. Das gilt auch für besonders starkes Nasenbluten, beispielsweise aus beiden Nasenlöchern, oder wenn es länger als 15 Minuten anhält.

  1. Nicht schnäuzen

Durch Naseputzen kann es erneut zu Nasenbluten kommen – deshalb herrscht für etwa eine Woche Schnäuzverbot! Wenn Du gar nicht drum herum kommst, halte Dir ein Nasenloch zu und atme durch das andere vorsichtig und san­ft in ein Taschentuch aus.

  1. Abschwellendes Nasenspray

Abschwellende Nasensprays können bei Erkältungen und Allergien eine große Erleichterung sein. Sie sorgen dafür, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen, wodurch die Schleimhaut abschwillt und Du besser Luft­ bekommst. Aufgrund der zusammenziehenden Wirkung können sie auch kurzfristig bei Nasenbluten helfen. Doch auf Dauer trocknen sie die Nasenschleimhaut aus. Achte deshalb darauf, diese Nasensprays nur wenige Tage hintereinander zu benutzen.

  1. Nasenpflege zur Nachsorge

Auch Deine Nase möchte gepflegt werden! Für eine trockene Nasenschleimhaut gibt es verschiedene Nasensalben und befeuchtende Nasensprays, beispielsweise mit Meersalz und pflegenden Wirkstoffen. So kannst Du die Heilung der Nasenschleimhaut fördern und weiterem Nasenbluten vorbeugen.

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Hier kannst Du mehr über die Geschichte der Hämophilie-Behandlung erfahren!

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