Die Geschichte des Blutes bei Hämophilie

Eine kurze Geschichte des Blutes

Quer durch die Jahrtausende und die Kulturen hatte das Blut eine bedeutende Stellung für den Menschen. Der roten Flüssigkeit wurden etwa Lebenskraft zugeschrieben oder der Sitz des Geistes.

Kulturelle Bedeutung

Auch heute noch verbinden wir nicht nur Blut, sondern auch die Farbe Rot mit ähnlichen Attributen: mit Lebenskraft, Erotik und Liebe, aber auch mit Krankheit. Zudem verstehen wir sie als Warnung. In der mittelalterlichen Temperamentenlehre galt der Sanguiniker – der mit Blut in Verbindung gebrachte Temperament-Typ – als heiter, lebhaft und leichtsinnig.

Entdeckung des Blutkreislaufes

Trotz der Bedeutung des Blutes in den meisten Kulturen wurde erst sehr spät erkannt, dass das Blut in einem Kreislauf fließt und vom Herzen durch den Körper gepumpt wird. Den Puls verstand man vor 400 Jahren noch als die Lebendigkeit des Blutes. Erst das Erscheinen von De motu cordis 1628, einem Buch über die „Bewegung des Herzens“, des damaligen Leibarztes des englischen Königs, räumte mit diesem Glauben auf.

Vielseitige Aufgaben

Blut, dieses „Flüssige Gewebe“ erfüllt viele Aufgaben. Es versorgt den Körper, beziehungsweise die Zellen, aus denen er besteht, mit Sauerstoff und Nährstoffen. Es verteilt Hormone und steuert so verschiedene Prozesse. Das Immunsystem verteidigt uns mithilfe des Blutes gegen Krankheitserreger.

Der Wundverschluss und Hämophilie

Von einer weiteren wichtigen Funktion des Blutes wirst Du sicher schon gehört haben: dem Wundverschluss. Er wird durch ein erstes Verstopfen der Wunde mit Blutplättchen (Thrombozyten) erreicht. Anschließenden beginnt die Blutgerinnung, die im Detail sehr aufwendig ist. Soll sie funktionieren, müssen mehrere Faktoren (gemeint sind Moleküle) ineinandergreifen. Fehlt ein Faktor, kommt es nicht zur Gerinnung. Bei Hämophilie A etwa fehlt der Faktor VIII.

Hämoglobin, die Transportdrohne des Blutes

Der für uns so wichtige Sauerstoff gelangt über die Lungen ins Blut. Er schwimmt dann aber nicht einfach in der Flüssigkeit, sondern ist an eine Art Transportmolekül gebunden, dem Hämoglobin. Ein wichtiger Bestandteil von Hämoglobin ist Eisen, welches den Sauerstoff bindet und zusammen mit der komplexen Struktur des Moleküls auch für die rote Farbe verantwortlich ist. Hämoglobin füllt die roten Blutkörperchen, auch Erythrozyten genannt. Das sind Zellen, die im Blut durch den Körper schwimmen.

Die Sache mit den blauen Flecken

Eisen rostet, wenn es mit Sauerstoff „reagiert“ und verändert dabei seine Farbe. Etwas ähnliches geschieht auch im Körper. Blut, welches viel Sauerstoff mit sich führt, ist heller als sauerstoffarmes Blut. Wenn Blut schrittweise abgebaut wird, das heißt, wenn der Körper es entsorgt, entstehen Zwischenprodukte, die blau und grün sind. Genau das geschieht in Folge eines Blutergusses: Blut gerät ins Gewebe, aus dem es nicht zurückfließen kann. Der Körper baut es ab und die Stelle verändert ihre Farbe, je nachdem, welches Abbauprodukt gerade vorherrschend ist.

Info

Es gibt bestimmte Echsenarten, die haben einen so hohen Anteil des grünen Abbauproduktes im Blut, dass dieses tatsächlich grün erscheint.

Blut und Diagnose

Aber das Blut ist nicht nur wichtig für die Funktionen des Körpers, sondern auch für die Diagnose vieler Krankheiten. Da Blut so viele Bestandteile hat und so viele Aufgaben erfüllt, lässt sich über die Analyse indirekt erkennen, ob es Probleme gibt. Bei jeder Blutuntersuchung wird zum Beispiel auch der Cholesterin-Anteil gemessen. Ist er zu hoch, müssen gegebenenfalls Maßnahmen ergriffen werden, um eine spätere Erkrankung zu vermeiden.


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